Als es in der Gegend immer weniger zu fressen gab, trieb es ihn mehr und mehr zum Waldrand hin. Diesen hatte er sonst immer vermieden, denn da lebten die Menschen. Aber der Hunger wurde eines Nachts so stark, dass der alte Wolf alle Vorsicht außer acht ließ, und seinen geschützten dunklen Wald verließ.

Schon kurz nachdem er die freie Wiesen betreten hatte, traf der alte Wolf auf eine Kuh. Ein paar Sekunden sahen sie sich an, dann drehte der Wolf den Kopf herum und lief weiter. Die Kuh war ihm zu groß und hatte zudem spitze Hörner. Mit ihnen wollte der alte Wolf keine Bekanntschaft schließen.
Doch schon auf der nächsten Weide erspähte der Wolf einen hohen Zaun, der eine weitere Weide mit einem Unterstand darauf umschloss. Kein Tier war zu sehen, also musste sie alle unter dem Dach in ihrem Sommerstall weilen.
„Sicher sind dort keine Kühe“, dachte der Wolf bei sich, „denn sonst wären sie doch zusammen auf einer Weide untergebracht. Da will ich mir genauer ansehen.“
Er streifte am Zaun entlang und suchte eine Lücke zwischen den Latten. Schließlich entdeckte er ganz in der hintersten Ecke eine beschädigte Stelle. Die oberste Latte hing herunter und öffnete so eine schmale Lücke. Zwar ganz oben, aber sicher nicht zu hoch.
Ein teuflisches Lächeln schlich sich auf das Wolfsgesicht und seine Augen glitzerten tückisch. Mit einem kühnen Satz hechtete der alte Wolf durch die Lücke über den Lattenzaun. Kaum das seine Pfoten den Bo-den berührten, duckte er sich ganz flach an die Erde. Nichts und niemand konnte ihn im fahlen Mondlicht erkennen.
Ein kleines, flauschig weißes Schaf lag zusammengerollt auf einem Bündel Stroh in seinem Sommerstall. Die Sterne funkelten in den Unterstand hinein, aber davon sah das kleine Schaf nichts, denn es schlief tief und fest. Nur ab und zu bewegte es die Beine, als würde es im Traum über seine Wiese springen.
Jede noch so kleine Bodenwelle ausnutzend ..........
klickEs riecht nach Schaf, sacht das Bien mit lieben Grüßen
